Wo ist die Zeit geblieben

Vor einiger Zeit hatte ich Besuch von einem ausgesprochenen Marketingexperten, der einige namhafte Klienten betreut.
Im Gespräch ging es eigentlich um etwas ganz anderes, aber er stellte mir die Frage, ob ich wohl eine Erklärung dafür hätte, warum die Internetseiten seiner Kunden seit etwa zwei Jahren kuntinuierlich rückläufige Zugriffszahlen haben. Und zwar drastisch zwischen 25 und 30%. Nun betreue ich ja auch einige Kunden, betreibe aber auch selbst Webseiten und so machte ich mich dann nach seiner Abreise über die Logfiles her und siehe da, auch ich habe diese Einbrüche. Eine Vermutung konnte ich ihm gegenüber aber doch schon äußern: Ein Tag hat nur 24 Stunden und von diesen verbringt jeder Internetnutzer eine ganz bestimmte Zeit durchschnittlich im Internet. Einige Zeit für Recherchen, das Vergnügen zum Shoppen und neuerdings zur Pflege seiner „sozialen Kontakte“ auf Facebook.
Nun weiß jeder Facebook-Nutzer wieviel Zeit er dort verbringt und mit jedem neuen Freund und jeder neuen Gruppe in der man Mitglied wird, ist der Zeitaufwand höher. Gleichzeitig besucht man dadurch weniger andere Internetseiten und hier liegt „des Pudels Kern“. Dieser Trend wird sich solange fortsetzen, bis der Internetnutzer dem Phänomen Facebook überdrüssig geworden ist, weil der Zeitaufwand mit dem Nutzen nicht mehr Schritt hält. Facebook selbst tut ein Übriges um diesem Überdruss Vorschub zu leisten: Immer neue Apps und zusätzliche Funktionen, mögliche Einstellungen und Indiskretionen nerven schon jetzt viele Nutzer. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Facebook genau so tot ist wie MySpace es aktuell ist oder Google+ es von Anfang an war. Vielleicht tröstet es , dass es schon bald wieder etwas neues gibt, wo man seine Zeit vergeuden kann.

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