Interaktiv oder statisch (CMS oder Html mit CSS)

Die Verwendung von CMS (Content-Management-System), also Systemen, die vom Auftraggeber selbst mit Inhalten gefüllt werden können, haben eben eigentlich nur diesen einen Vorteil.

Sie bergen auch einige eklatante Nachteile, die zunächst ersteinmal bewusst gemacht werden müssen: Zunächst sind Individuallösungen teuer, selbst wenn man Open-Source CMS wie Typo3, Mambo, Joomla oder PHP-Kit benutzt. Viele Bestandteile, wie z.B. Foren, Gästebücher … müssen ersteinmal zusammengesucht werden. Nachdem wir Webdesigner mit großem Aufwand das Layout aus einer (vielleicht) schon bestehenden Vorlage an die Wünsche des Kunden angepasst haben, muss dieser in die Administration eingearbeitet werden.
Hier ist die ausgeklügelte Rechteverwaltung mancher CMS von Vorteil, denn wir wollen dass der Kunde mit seinem System glücklich ist und nicht dass er auch nur annähernd in die Lage versetzt wird Layout, CSS, oder Navigation zu zerschießen.

Sind nun alle diese Hürden genommen, also das System gefällt optisch, alles drin was gebraucht wird, Kunde kommt mit dem redaktionellen Teil klar u.s.w., stellen sich meist nach kurzer Zeit neue “Probleme” ein:

  • Es wird gar nicht richtig genutzt (sollte uns eigentlich egal sein, der Kunde hat ja gezahlt. Es bleibt aber der schale Nachgeschmack, ob wir auch tatsächlich richtig beraten haben).
  • Das System ist gar nicht wartungsfrei (eigentlich wollten wir ein System abliefern um das wir uns nicht mehr kümmern müssen).

Immer noch ist eine Internetpräsenz für Firmen ein Stiefkind, obwohl hier das große Geld für diese winken kann, erschließen sich doch weltweite Absatzmöglichkeiten.
Meist gibt es nur einen Redakteur, wenn dieser Urlaub hat, passiert auf der Seite nichts (wozu dann eigentlich eine Rechteverwaltung). Der Redakteur betreut die Seite auch nur nebenbei, eigentlich hat dieser ganz andere (wichtigere) Dinge zu tun. Bei Vereinen oder anderen Organisationen findet sich meist überhaupt niemand, der mit Hingabe und viel Zeitaufwand Inhalte pflegt. Wenn, dann nicht lange ….

Das “wartungsfreie” System wird gehackt und bedarf immer wieder eines Sicherheitsupdate. Besonders tun sich hier Open-Source CMS hervor, die hunderttausendfach verwendet werden und gerade deshalb Opfer von gefrusteten Programmier”genies” werden.
Für uns Webdesigner sind solche ständigen Updates nervig, besonders wenn die Source nun sicher ist, irgendeine Komponente, Plugin oder wie solche Erweiterungen sonst noch so heißen, noch lange nicht überarbeitet wurde und wohlmöglich mit der neuen Source nicht einmal mehr funktioniert. Dazu kommt, das wir ja nicht nur ein CMS betreuen.
Wie sagt man´s dem Kunden, wer bezahlt das u.s.w.

Als Quintessence plädiere ich in 99,5% aller Kundenanfragen für statische Html-Seiten mit CSS.
In solchen Internetpräsenzen eine Seite zu ändern, ein Bild reinzustellen oder eine Seite hinzuzufügen dauert nur einen Bruchteil der Zeit, die ich schon für so manches CMS vertan habe.
Einzelne Bereiche wie “News”, Foren oder Gästebücher gibt es auch in anderer Form, dazu bedarf es keines CMS.

Gerne lese ich Eure Meinungen

Gruß Helmut

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